Schulungen

Geschrieben von: Christian Meyer
Montag, 14 Januar 2008 10:17

Qualifikationsangebot "Landwirtschaftliche Direktvermarktung"

Hauptverantwortliche Einrichtung: Ökofeeding GmbH Berlin
in Zusammenarbeit mit: Institut für stadt- und agrarökologische Projekte an der Humboldt-Universität zu Berlin, Frankenförder Forschungsgesellschaft mbH, KMC - Dr. Keller Marketing Consulting, pro agro.

Die auf eigenständige, frei kombinierbare Workshop-Module aufbauende Qualifizierungsmaßnahme beinhaltet Auffrischung und Ausbau der Kenntnisse in den verschiedenen Bereichen der landwirtschaftlichen Direktvermarktung in Kombination mit praktischen Trainingselementen.

Die Direktvermarktung von Agrarprodukten, der "Hofladen", hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Zum einen ist sie dem Landwirt ein zusätzlicher Erwerbszweig. Zum anderen stellt sie zugleich den direkten Kontakt zum Verbraucher her und entspricht der gesteigerten Nachfrage für regionale, qualitativ hochwertige und in ihrer Herkunft nachvollziehbare Produkte.

Wesentliche Voraussetzung wirtschaftlich erfolgreicher landwirtschaftlicher Direktvermarktung ist fachlich gut ausgebildetes und befähigtes Personal. Mit der berufsbegleitenden Qualifizierung der Teilnehmer zu hochmotiviertem, sachkundigem und kundenorientiertem Personal wird eine entscheidende Grundlage für diesen Erfolg gelegt. Um aktuelle Entwicklungen und Trends in der Direktvermarktung rechtzeitig zu erkennen und kunden- bzw. verbraucherorientiert reagieren zu können, ist es zudem notwendig, Können und Wissen der Mitarbeiter regelmäßig aufzufrischen und auszubauen.

Ziel dieses Qualifizierungsangebotes ist es, den Teilnehmern aufbauend auf ihren beruflichen Erfahrungen mittels theoretischer Unterweisungen sowie praktischer Trainingselemente weiterführende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, die erforderlich sind, um auch unter den erhöhten und sich beständig ändernden Anforderungen an Produktentwicklung sowie von Verbraucherschutz, Kundenwünschen und wirtschaftlichen Bedingungen in der landwirtschaftlichen Direktvermarktung erfolgreich zu sein. Das Qualifizierungsangebot ist dabei insbesondere an Mitarbeiter aus der Land- und Forstwirtschaft sowie des Gartenbaus gerichtet.

Um das Qualifizierungsangebot optimal den Erfordernissen der einzelnen Unternehmen anpassen zu können, ist diese Maßnahme in 30 eigenständige Workshops bzw. Module gegliedert. Die Workshops umfassen in der Regel zwei Unterrichtstage à acht Unterrichtsstunden und können jeweils einzeln absolviert und zertifiziert werden. So gewährleisten wir, dass die für die jeweiligen Teilnehmer interessanten und relevanten Module individuell passend zusammengestellt werden können. Dieses Konzept ist anhand unserer langjährigen Erfahrung als Bildungsträger auf dem Gebiet der Qualifizierung von Direktvermarktern entwickelt worden und hat sich in der Praxis, so die Einschätzungen der Teilnehmer und delegierenden Unternehmen, sehr gut bewährt.

Für nähere Informationen, zur detaillierten Planung und zum Finanzierungsrahmen kontaktieren Sie bitte Herrn Dipl. Ing. Christoph Aue (Ökofeeding GmbH).

Eine Liste der Qualifizierungs-Module sowie Kurzbeschreibungen der einzelnen Workshops finden Sie hier:

Qualifizierungs-Module

  1. Einstieg in die Direktvermarktung - Vorbereitung, Planung, Realisierung
  2. Sortimentsgestaltung und -optimierung
  3. Warenpräsentation
  4. Verkaufsförderung
  5. Öffentlichkeitsarbeit (PR) für Direktvermarkter
  6. Werbung - Eigene Möglichkeiten richtig nutzen
  7. Erfolgreich Verkaufen - Verkaufstraining
  8. Gestaltung von Verkaufsräumen
  9. Warenkunde 1 - Obst, Gemüse, Kartoffeln und deren Erzeugnisse, Gewürze und Kräuter
  10. Warenkunde 2 - Milch und Molkereiprodukte
  11. Warenkunde 3 - Eier, Back- und Teigwaren
  12. Warenkunde 4 - Fleisch und Fleischerzeugnisse
  13. Warenkunde 5 - Imbiss
  14. Workshop - Direktvermarktung für Betriebsleiter und Führungskräfte der Direktvermarktung
  15. Workshop - Hofladenprojekt
  16. "Erlebniseinkauf auf dem Lande" - Verknüpfung von Direktvermarktung und Tourismus
  17. Controlling richtig nutzen
  18. Preispolitik und Preisbildung
  19. Warenwirtschaft in der landwirtschaftlichen Direktvermarktung
  20. Gewerberechtliche Grundlagen der Direktvermarktung
  21. Lebensmittelrecht
  22. Verbraucherrecht und Verbraucherschutz
  23. Qualitätssicherung
  24. Nutzung von Qualitätsprogrammen
  25. Nutzung elektronischer Medien in der Direktvermarktung (e-commerce, b2b, mailing & co)
  26. Arbeitsschutz in der Direktvermarktung
  27. Kooperation in der Direktvermarktung - Chancen und Risiken
  28. Der richtige Zuschnitt - Training Zuschnitt Schweinefleisch, Rindfleisch
  29. Logistik - Ein wesentlicher Kostenfaktor in der Direktvermarktung
  30. Kombination verschiedener Absatzwege - Chancen und Risiken

Kurzbeschreibungen der Qualifizierungs-Module

1. Einstieg in die Direktvermarktung

  • Interessenten für den Einstieg in die Direktvermarktung werden Schritte der Vorbereitung, Planung und Realisierung ihres Vorhabens praxisnah am jeweiligen Beispiel vermittelt
  • Schwerpunktthemen: Rahmenbedingungen und Vorgehensweisen beim Einstieg in die Direktvermarktung; Abschätzung wirtschaftlicher und organisatorischer Folgen des Einstiegs in die Direktvermarktung

2. Sortimentsgestaltung und -optimierung

  • Das kundenorientierte Sortiment als wichtiger Erfolgsfaktor und eine Grundlage für die Kundenzufriedenheit
  • Vermittlung von Grundsätzen der Sortimentsplanung und -gestaltung
  • Vorstellung erprobte Verfahren für die Sortimentskontrolle und -optimierung
  • Praktischen Übungen/ Training am konkreten Beispiel (betriebsspezifische Modifizierungen möglich)

3. Warenpräsentation

  • Grundsätze einer verkaufsaktiven Warenpräsentation und funktionsgerechten Ladengestaltung
  • Vermittlung der Grundlagen der verkaufsfördernden Warenpräsentation mit Hinweisen zur Gliederung der Produktgruppen, Aufteilung der Platzierungsflächen, Verkaufsflächen für Aktionsprodukte und Impulsprodukte etc. für die einzelnen Sortimente

4.-6. Verkaufsförderung, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung

  • Definition und Abgrenzung der Begriffe Verkaufsförderung, Öffentlichkeitsarbeit (PR) und Werbung
  • Erläuterung der verschiedenen Formen, Mittel und Träger der Verkaufsförderung, Öffentlichkeitsarbeit (PR) und Werbung
  • Gestaltungsgrundsätze
  • Nutzung der eigenen, unternehmensspezifischer Möglichkeiten
  • Praktische Umsetzung

7. Erfolgreich Verkaufen - Verkaufstraining

  • Kontaktaufnahme und Kontaktverhalten; Kontaktregeln
  • Zuhören als Grundlage eines guten Verkaufsgespräches
  • Fragetechniken, Erhebung von Kundenwünschen
  • Bedienen und Beraten
  • Erkennen der Kaufbereitschaft; Zusatzeinkäufe
  • Behandlung von Kundeneinwänden und Reklamationen
  • Maßnahmen zu Steigerung der Umsätze und Umsatzanteile
  • Maßnahmen zu Steigerung der Einkaufsbeträge pro Kunde
  • Maßnahmen zu Steigerung der Kundenzahl

8. Gestaltung von Verkaufsräumen

  • Grundsätze einer verkaufsaktiven Warenpräsentation und funktionsgerechter Ladengestaltung
  • Vermittlung der Grundlagen der verkaufsfördernden Warenpräsentation mit Hinweisen zur Gliederung der Produktgruppen, Aufteilung der Platzierungsflächen, Verkaufsflächen für Aktionsprodukte und Impulsartikel etc. für die einzelnen Sortimente
  • Praktische Übung an einem Projektbeispiel

9.- 13. Warenkunde zu Produkten aus landwirtschaftlicher Direktvermarktung

  • Herstellungsprozess
  • Verarbeitungsprozess
  • Eigenschaften des Verkaufsprodukts
  • Einfluss der Produkteigenschaften auf Lagerung und Präsentation
  • Verkostung und Beurteilung der Produktqualität

14. Workshop - Direktvermarktung für Betriebsleiter und Führungskräfte der Direktvermarktung

  • Zielgruppe: Unternehmen und Unternehmer, die bereits in der landwirtschaftlichen Direktvermarktung aktiv sind oder den Einstieg in diese planen
  • Zielsetzung: Ausgehend von konzeptionellen Überlegungen wird schrittweise ein Projekt entwickelt und Maßnahmen zu seiner Umsetzung definiert. Erarbeitung von Instrumente zum effektive Controlling und Management in der Umsetzungsphase
  • Marktorientierte Denkweise, betriebswirtschaftliche Methoden und effektives Controlling als Grundlage fundierter Entscheidungen
  • Erarbeitung anhand von Fallbeispielen

15. Workshop - Hofladenprojekt

  • Zielgruppe: kleinere landwirtschaftlichen Unternehmen, die den Neueinstieg in die Direktvermarktung erwägen
  • Zielsetzung: Erarbeitung eines Programms zur Umsetzung eigener Ideen für den Einstieg in die landwirtschaftliche Direktvermarktung
  • Erarbeitung und Bearbeitung der einzelnen Schritte von der Idee bis zur Eröffnung eines Hofladens anhand von Fallbeispielen
  • hoher Praxisanteil

16. "Erlebniseinkauf auf dem Lande" - Verknüpfung von Direktvermarktung und Tourismus

  • Planung und Umsetzung von touristischen Maßnahmen
    • Strategische Überlegungen und Formulierung der Ziel- und Aufgabenstellung
    • Entwicklung von Ideen und deren Präzisierung
    • Machbarkeitsprüfung und Bewertung: Investitionen, Wirtschaftlichkeit, organisation, Realisierbarkeit
  • Rechtliche Grundlagen
    • u.a. Jugendschutzgesetz, Vereinsrecht, Reisevertragsrecht, Öffentliches Recht im Hotel- und Gaststättengewerbe
  • Marketingfür ländlichen Tourismus
    • Der Marketingbaukasten
    • Selbstdarstellung
    • Gestaltung von Verkaufs- und Werbeunterlagen
    • Preisfindung - Konditionen - Politik/ Preismanagement
    • Direktmarketing für Anbieter
    • Nutzung von Presse, Rundfunk und Fernsehen als Vertriebsweg
    • Nutzung neuer Medien für Anbieter
    • Presse und Öffentlichkeitsarbeit
  • Verkaufsförderung für Tourismusanbieter
    • persönliches Auftreten und Kommunikationsverhalten
    • Verkaufs- und Kontaktgespräche
    • Körpersprache
    • Präsentationstechniken
    • Umgang mit Reklamationen und Beschwerden
    • Konfliktmanagement im Umgang mit Kunden und Personal
    • Wirtschaftliche Grundlagen
  • Grundbegriffe und Kennzahlen
    • Kalkulationsgrundlagen und Fachrechnen
    • Planung
    • Controlling

17. Controlling richtig nutzen

  • Vorstellung der üblichen einfachen und erweiterten Instrumente des Controlling im Handel
  • Erläuterung und praktische Einübung von Einführung, Nutzung und schrittweisem Ausbau der vorgestellten Controlling-Instrumente
  • Schwerpunkt: Sachlich richtige Interpretation unter Beachtung kurz-, mittel- und langfristiger Zielstellungen

18. Preispolitik und Preisbildung

  • Was ist der "richtige" Preis? - Nutzung des Preises als Marketing- und Steuerungselement
  • Vorstellung praktisch orientierter Verfahren der Preisbildung sowie Preiskontrolle mit praktischer Übung
  • Beziehungen zwischen Preisgestaltung, Preiswirksamtkeit sowie Wirtschaftlichkeit

19. Warenwirtschaft in der landwirtschaftlichen Direktvermarktung

  • Ziel und Aufgabe, Funktionen und Organisation der Warenwirtschaft in der Direktvermarktung
  • Demonstration des erforderlichen Aufwands sowie der verbundenen Vorteile und Möglichkeiten der Einführung und Realisierung der Warenwirtschaft in der Direktvermarktung
  • Schwerpunkt: Integration der Warenwirtschaft in die betrieblichen Abläufe und in das betriebliche Controlling

20. Gewerberechtliche Grundlagen der Direktvermarktung

  • Vermittlung der Rechtsstruktur und Rechtsprechung auf dem Gebiet des Gewerberechts
  • Darlegung des Rechtsrahmens für die landwirtschaftliche Direktvermarktung und Erläuterung von Fallbeispielen

21. Lebensmittelrecht

  • Darlegen der Rechtssystematik des umfangreichen Rechtsgebietes des Lebensmittelrechts
  • Die Vermittlung von Grundlagen des Lebensmittelrechts sowie die Besprechung von Fallbeispielen gewährleisten, dass die Teilnehmer Sicherheit bei seiner Anwendung in der betrieblichen Praxis gewinnen
  • Thematisierung der teils erheblichen Umgestaltungen des Lebensmittelrechts in den vergangenen Jahren

22. Verbraucherrecht und Verbraucherschutz

  • Vermittlung eines Überblicks über Verbraucherrecht und des Verbraucherschutz in der Direktvermarktung
  • Bedeutsamkeit der Beachtung des Verbraucherrechts und des Verbraucherschutzes in der Direktvermarktung als wesentliches Element der Rechtssicherheit des landwirtschaftlichen Unternehmens
  • Verbraucherrecht und Verbraucherschutz als Chance für die Direktvermarktung: Wege ihrer Umsetzung in verbraucherorientiertes Handeln

23. Qualitätssicherung

  • Qualitätssicherung - wesentliches Element der erfolgsorientierten Führung verbraucher- und marktorientierter Unternehmen
  • Veranschaulichung der Vorbereitung, des Aufbaus und der Nutzung von Qualitätsprogrammen im betrieblichen Alltag am Beispiel des QSS und weiterer ausgewählter Qualitätsprogramme
  • Vermittlung wesentlicher Führungsfragen und Arbeitstechniken

24. Nutzung von Qualitätsprogrammen

  • Teilnahme an Qualitätsprogrammen - ein Mittel erfolgreicher Abgrenzung gegenüber Mitbewerbern
  • Imageverbesserung, Produkthervorhebung und Abgrenzung vom Wettbewerb mittels zielgerichteter Nutzung der freiwilligen und höheren Anforderungen, denen sie sich im Rahmen von Qualitätsprogrammen unterwerfen

25. Nutzung elektronischer Medien in der Direktvermarktung (e-commerce, b2b, mailing & co)

  • Chancen und Wirkung elektronischer Medien in der Direktvermarktung
  • Darlegung der weitgehenden Möglichkeiten elektronischer Medien in der Direktvermarktung anhand von Fallbeispielen
  • Vorstellung verschiedener methodischer und technischer Hilfen anhand von Fallbeispielen
  • Demonstration von Möglichkeiten der Verknüpfung verschiedener Formen der elektronischen und klassischen Medien am Beispiel eines Musterunternehmens

26. Arbeitsschutz in der Direktvermarktung

  • Besonderheiten des Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit in der Direktvermarktung - Berücksichtigung von Besonderheiten des lebensmittelproduzierenden Gewerbes und der handelstechnischen Tätigkeit
  • Behandlung von für diese Sachgebiete typischen Fragestellungen auf Grundlage der von den jeweiligen Berufsgenossenschaften herausgegebenen Richtlinien

27. Kooperation in der Direktvermarktung - Chancen und Risiken

  • Bedeutsamkeit von Kooperation und umfassender regionaler und überregionaler Zusammenarbeit für die Direktvermarktung und den ländlichen Erlebnistourismus
  • Aufzeigen von Wegen und Möglichkeiten der Kooperation anhand erfolgreicher Fallbeispiele

28. Der richtige Zuschnitt - Training Zuschnitt Schweinefleisch, Rindfleisch

  • Effektiver Zuschnitt als Grundlage erfolgreichen und wirtschaftlichen Verkaufs
  • Vermittlung erfolgreicher und wirtschaftlich sinnvoller Zuschnittstechniken für die Grob- und Feinzerlegung
  • Praktische Übungen

29. Logistik - Ein wesentlicher Kostenfaktor in der Direktvermarktung

  • Effektive Möglichkeiten des Warenaustausches zwischen den Direktvermarktern als Voraussetzung regionaler und überregionaler Kooperation
  • Diskussion von Vor- und Nachteilen verschiedener logistischer Ansätze
  • Vermittlung einer Methodik zur Lösungsfindung

30. Kombination verschiedener Absatzwege - Chancen und Risiken

  • Verifizierung der Absatzwege und ihre Kombination als Möglichkeit zur effektiveren Gestaltung des Betriebszweiges Direktvermarktung
  • Darlegung der damit verbundenen besonderen Anforderungen an Management, Produktionssteuerung, Qualitätssicherung, Kundenmanagement und Logistik
  • Vorstellung grundlegender Absatzwege und deren Diskussion hinsichtlich jeweiliger Folgen
  • Schwerpunkt: methodische Ansätze zur Lösung der mit der Optimierung der Absatzwege verbundenen Aufgabenstellungen

 

Zuletzt aktualisiert ( Mittwoch, 12 März 2008 14:39 )
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